Thrombozytentherapie

Die Thrombozytentherapie ist im Prinzip eine Eigenbluttherapie, bei der die im Blut des Hundes vorhandenen Blutplättchen und weißen Blutkörperchen konzentriert und dann zur Therapie genutzt werden, ohne dass Medikamente oder Fremdmaterial eingesetzt werden. Diese Methode ist für den Hund eine nebenwirkungsfreie Behandlungsoption schmerzhafter orthopädischer Erkrankungen. Heilungsprozesse werden angeregt und die Verabreichung von Schmerzmitteln ist danach  häufig nicht mehr nötig.

Einsatzgebiete beim Hund sind Arthrose (Knie, Ellenbogen), Bandprobleme oder Weichteilverletzungen. 

Hierfür wird der Patient sediert und aus der Halsvene werden etwa

60 ml Frischblut gewonnen.

Nach der Gewinnung wird das Blut mit einem Gerinnungshemmer versetzt und über einen Port in ein kommerzielles Filtrationssystem eingebracht. Dort wird es vor Passieren des Filters mit einer Capture-Lösung gemischt. Hierbei werden die Blutplättchen auf das Dreifache, die weißen Blutkörperchen auf das Doppelte konzentriert. Das Konzentrat wird schließlich durch einen retrograden Spülvorgang gewonnen. Hierbei handelt es sich um eine geschlossenes System ohne Gefahr von Kontaminationen.

Die Injektionsstelle, meist ein Gelenk, wird am sedierten Patienten chirurgisch desinfiziert und steril vorbereitet. Das gewonnene Konzentrat wird dann in den betroffenen Bereich injiziert. In dem erkrankten Gelenk angekommen schafft das Konzentrat ein heilungsförderndes Milieu. Durch die Aktivierung der Thrombozyten werden bioaktive Faktoren freigesetzt, welche die Regeneration schnell vorantreiben.

Bei einer Studie zeigten 84% der mit Osteoarthrose behandelten Hunde innerhalb von drei Monaten nach einer Injektion des Konzentrats eine deutliche Besserung des Zustands. In den allermeisten Fällen ist bereits eine einmalige Behandlung für eine dauerhafte Besserung ausreichend.