Goldakupunktur - als Schmerztherapie in der Tiermedizin

Bei der Goldakupunktur werden in spezielle Körperpunkte Feingoldstücke (24 Karat) als Implantate eingesetzt, um Schmerzzustände dauerhaft kontrollieren zu können. 

Einsatzgebiet in der Kleintiermedizin
Die häufigste Indikation für eine Goldakupunktur in unserer Praxis stellt die Hüftgelenksdysplasie, die Hüftgelenksarthrose und die Spondylose (Verknöcherung der Wirbelsäule) dar. Auch Arthrosen anderer Gelenke können mit dieser Methode behandelt werden.

Wirkungsweise der Goldakupunktur

Ziel der Therapie ist eine Schmerzbefreiung oder -linderung und damit eine Verbesserung der Lebensqualität. Dies geschieht sowohl durch die Veränderung des Zellstoffwechsels mit Hilfe des implantierten Goldes, welches den entzündlich veränderten pH-Wert des Gewebes chemisch neutralisiert, als auch durch die Wiederherstellung der gestörten energetischen Balance in den betreffenden Energiebahnen (Meridianen). 
Die bereits vorhandenen Verschleißerscheinungen an den Gelenken werden durch diese Therapie jedoch nicht beseitigt (dazu ist momentan noch keine Therapieform in der Lage), sondern die Folgeerscheinungen wie Schmerz und Fehlbelastung behandelt.

In den meisten Fällen ist nach der Implantation nach einiger Zeit keine Gabe von Schmerzmitteln mehr nötig oder die Dosis kann zumindest deutlich verringert werden.
Wie bei jeder Therapieform gibt es jedoch auch bei der Goldakupunktur keine Erfolgsgarantie. Es gibt auch hier die -seltenen- Fälle, in denen Patienten von dieser Methode nicht profitieren, sie hat dann jedoch auch keine negativen Auswirkungen auf das Tier.
In unserer Praxis treffen wir eine sehr genaue Auswahl der geeigneten Patienten und können damit die "Therapieversager" auf ein Minimum reduzieren.

Wer eignet sich nicht für die Goldakupunktur?

Sehr alte Hunde, die schon seit vielen Jahren aus dem Gleichgewicht sind und durch Fehlbelastung Sekundärschäden an fast allen Gelenken haben, profitieren nur bedingt von der Goldakupunktur. Eine Schmerzfreiheit ist in diesen Fällen in der Regel nicht mehr zu erreichen. 
Hunde die unter Erkrankungen der Wirbelsäule mit Nervenausfällen (z.B. Cauda eqina) leiden, behandeln wir in unserer Praxis nicht mit der Goldakupunktur.

Durchführung der Goldakupunktur
Voraussetzung für eine Implantation ist zunächst eine sorgfältige schulmedizinische Untersuchung incl. der Anfertigung von Röntgenaufnahmen und /oder einem CT/MRT, um die genaue Ursache des Schmerzzustandes zu lokalisieren und die Veränderungen an den Gelenken zu dokumentieren. Danach erfolgt eine Untersuchung nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin, um die blockierten Meridiane ausfindig machen zu können, denn eine Goldakupunktur ist immer eine ganz individuelle Therapie. In unserer Praxis machen wir dies über ein Pulsdiagnoseverfahren (RAC), das sehr viel Erfahrung erfordert.

Nachdem die Narkosefähigkeit festgestellt wurde, wird dem Tier eine Beruhigungsspritze über einen Venenverweilkatheter injiziert. Wenn der Hund schläft, wird die Haut über den jeweiligen Akupunkturbezirken rasiert, geswaschen und desinfiziert.
Dann wird über eine Hohlnadel mit 2mm Durchmesser in die ausgewählten Akupunkturpunkte eine entsprechende Anzahl Goldstückchen (ca. 3mm lang und 1mm dick )eingebracht. Da dies eine ganzheitliche Methode ist, werden die Goldstückchen nicht nur am Ort des Schmerzes eingebracht, sondern auch an Fernpunkten, wie z.B. dem Ohr oder der Pfote.
Nach Bedarf werden anschließend noch Röngenaufnahmen angefertigt, um den Implantatesitz zu kontrollieren, dann wird der Hund mit einer Gegenspritze wieder aufgeweckt. Der gesamte Eingriff dauert ohne Voruntersuchung etwa 1,5 Stunden.

Nachbehandlung

Nach der Implantation läuft der Hund in aller Regel selbständig aus der Praxis, die Nahrung sollte noch für weitere vier Stunden entzogen werden. Noch am selben Tag kann mit vorsichtiger Bewegung and der Leine begonnen werden, da der Eingriff für den Hund mit keinen Schmerzen verbunden ist.

In der folgenden Woche ist das Tier im Schritt an der Leine zu führen. Wird dies nicht beachtet, besteht die Gefahr einer Überlastung bisher geschonter und damit ungeübter Muskeln und Sehnen. Danach kann stufenweise die Belastung erhöht werden. Wir erstellen Ihnen dafür einen individuellen physiotherapeutischen Übungsplan.